vor der Wende



Der Kopf auf diesem Stein ist Karl Hecht,
der ehemalige Chef ( Betriebsdirektor ) vom VEB Kraftverkehr Kyritz.
Er ließ das Schulungs- und Erholungsheim erbauen.
( jetzt Hotel am Untersee )
Auszug aus dem Vorwort im Gästebuch vom VEB Kraftverkehr Kyritz
1975 Baubeginn
die Investitionsmittel waren bestätigt
technische Ausrüstung:
1 Mischer
1 Förderband
1 "fußkranker Framo" (Kleintransporter)



Nun war unsere Auflage " Bau in Eigenleistung "
So wurde jedes benötigte Stück Material auch selbst herangeschleppt - jeder Ziegelstein, jede Schraube, jedes Brett.
Ach ja, Brett!
Bretter, Kanthölzer, Stützen waren nicht zu bekommen.
Also wurde eine Freigabe für Holzeinschlag beschafft.
Wie oft hatten wir tausenderlei Probleme: Türen, Fenster, Heizung, Be- und Entwässerung Brunnenbau.

Jedes Stück wollte erkämpft sein.
Ja, sicher für uns alle unvergesslich die Einsätze der sowjetischen Freunde.
Und plötzlich bei den Baggerarbeiten stießen sie auf die Mumie des letzten Großgrundbesitzers von Bantikow.
Prachtvoll erhalten war das Junkerchen und wir wurden unversehen mit der gar nicht so lange zurückliegenden finsteren Zeit der Prignitz konfrontiert.
Heute steht dort, wo einst der Schlosspark tabu für jeden außer der "Herrschaft" war, unser Haus, offen für die Bildung und Erholung der Werktätigen und ihrer Kinder.
(Listige unter uns meinten, wir sollten doch eine Konkurrenz für den Ritter Kahlbutz aufbauen. Ein Histörchen würde uns schon einfallen. Bei -,50 M pro Besucher wären das im Jahr sicher ..., na ja wir errechneten ganz schöne Einnahmen jedenfalls. Einigten uns aber dann, dass das nicht die "Feine Art" sei. Eine Mumie im Kreisgebiet reicht völlig!)

1978
im Mai stießen der Küchenleiter, Hausmeister, Sekretärin und Beiköchin zu uns nicht als solche, nein, als Reinigungskräfte, Montagearbeiter und Transportarbeiter.
Am 5. Juni sollten die ersten Urlauber eintreffen.

Ende Mai war endlich der Fußboden verlegt, Gardinen hingen, aber der größte Teil der Möbel war aufzustellen.
Zehn Tage vor Start lagen zwar die Kabel, aber der Elektroanlagenbau (VEB EAB) hatte sich geirrt, der Trafo passte nicht für uns. Was nun?
Achselzucken beim VEB EAB ..." könnt ihr nicht... Ja, wir mussten können!
Der Trafo kam. Am Freitag, dem 2.Juni war E-Versorgung gesichert.
Um 20.30Uhr Hiobsbotschaft. Die Hauswasserpumpe wird heiß, wir haben kein Wasser!!
Der Brunnenbauer nicht zu finden, endlich 21.30Uhr wird er auf seiner Datsche aufgespürt.
Ergebnis: Ich kann erst Montag ( am 5.Juni also! ) ich muss weg.
Ein Tipp von ihm, wenn Elektriker gearbeitet haben, dann läuft die Pumpe falsch herum.
Nachts zurück nach Bantikow.
Korken Schulz( Maurer vom Kraftverkehr ) hatte die gleiche Idee.
Der Küchenleiter klemmt um, alles klar.
1978
 
Am 5.Juni morgens sind zwanzig Frauen aus dem Betrieb da (keine Reinigungskräfte!),
schaffen Ordnung.
Die letzten sind noch nicht ganz fertig, da treffen die ersten Urlauber ein; aber, geschafft.
Was heißt, nun aber ruhiger?
Jetzt kommen die "1000-kleinen-Dinge":
- haben Sie nicht das und das ...
- können wir denn nicht ...
- würden Sie bitte mal ...
- wir brauchen noch ...
 und , und ,und
Aber es "lief".

Sie müssen Ihren Flash-Player aktualisieren.

Klicken Sie hier, um Ihren Flash-Player zu aktualisieren.